Immobilienlotsen seit sieben Jahren ehrenamtlich tätig

23. Juli 2026: Wohnraum schaffen, um die Heimat zu erhalten

Steinwiesen, sd. „Was mache ich mit meinem leerstehenden Haus?“, „Soll ich es verkaufen oder renovieren?“, „Wo finde ich Rat und Unterstützung?“ – Dies sind nur einige Fragen, die sich Hausbesitzer stellen, die leerstehende Gebäude besitzen und nicht wissen, was sie nun damit anfangen sollen. In der Gemeinde Steinwiesen wurde 2019 ein Projekt ins Leben gerufen, das Vorreiter im Landkreis Kronach wurde und nun zusammen mit fünf weiteren Kommunen dem Einwohnerschwund des gesamten Landkreises entgegenwirken und die Lebenssituation vor Ort verbessern soll. Die Rede ist von den Immobilienlotsen, die damals wie heute ehrenamtlich tätig ein wichtiger Teil der Arbeit in den Gemeinden sind. Es geht um Wohnraum, Leerstand, Sanierung oder Abriss. Was in Steinwiesen begann, ist nun bereits ein Netzwerk geworden, es haben sich Wilhelmsthal, Weißenbrunn, Steinbach am Wald, Mitwitz und Ludwigsstadt angeschlossen. Und das mit Erfolg. Weitere Kommunen könnten folgen, das Interesse ist vorhanden, wie Margareta Volk-Lovrinovic von Kronach Creativ betonte. Die Initiative „ImmoLotsen“ wird im Rahmend es Projektes „Flächensparen im Landkreis Kronach“ durch Kronach Creativ begleitet und durch das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie der Oberfrankenstiftung gefördert.

Der Markt Steinwiesen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Wohnen, Innenentwicklung, Sanierung und überhaupt mit dem Umgang mit leerstehenden Gebäuden. Es wird individueller Wohnraum benötigt, passend zu den Lebensumständen. Und das möglichst nicht auf der grünen Wiese, sondern im Ortskern, damit dieser nicht vereinsamt und dadurch noch mehr Leerstände entstehen. Hier kommen die ImmoLotsen ins Spiel, sie bieten eine persönliche und unkomplizierte Unterstützung für alle, die erste Fragen zur Nutzung, Umnutzung, Sanierung, Verkauf, Vermietung usw. ihrer Immobilie haben. Sie sind Erstansprechpartner, vermitteln und zeigen mögliche Nutzungswege auf, sie informieren, stellen Kontakte her und halten Augen und Ohren offen, was zukünftige Leerstände betrifft. Zusammen mit ihnen könnte ein sogenanntes Ampelsystem entwickelt werden, das heißt, welche Leerstände sollte man zeitnah angehen, welche lohnen sich oder nicht, wie motiviert man die Besitzer, überhaupt etwas zu unternehmen. Die Immobilienlotsen sind hier Vertrauenspersonen, sie kennen die Situation vor Ort, wissen um die Beschränkungen seitens der Besitzer, egal ob finanziell oder emotional. Allerdings sind die ImmoLotsen keine Makler, Architekten oder Baufachleute. Sei übernehmen keine Rechts-, Finanzierungs- oder Fachberatung. Aber sie geben erste Orientierungen, betrachten erste mögliche Lösungswege und vermitteln bei Bedarf an die passenden Ansprechpartner. Vor allem aber machen sie Mut, sich mit der Situation auseinander zu setzen, zu handeln und das Beste aus der Immobilie zu machen.

Für Bürgermeister Sven Schuster ist Wohnen ein zentrales Zukunftsthema für die künftige Entwicklung des Marktes Steinwiesen. Nur passender Wohnraum trägt dazu bei, dass junge Menschen bleiben, Familien zuziehen und auch Seniorinnen und Senioren vor Ort wohnen und leben können. Dazu gehört eine funktionierende Infrastruktur mit Ärzten, Pflegediensten, Betreuungen und Nahversorgung vor Ort. Jeder sollte hierzu seinen Beitrag leisten, die Kommune, die Bürger und eben auch die ehrenamtlichen Immobilienlotsen, die die Situation vor Ort kennen, die die Menschen kennen und wissen, wie sie mit ihnen umgehen müssen.

War es früher meist der Wunsch nach großen Häusern, damit die Kinder einziehen können, sind es heute meist kleine Wohnungen, kleinere Häuser und Baugrundstücke für Einfamilienhäuser, die gesucht werden. Generationenübergreifende Wohnprojekte sowie zeitgemäße Ferienwohnungen stehen ebenfalls im Fokus. Ein Vorteil hier in Steinwiesen genau wie im gesamten Oberen Rodachtal sind die Immobilienpreise, die man sich noch leisten kann. Was gerade für Familien in den größeren Städten und Ballungszentren nicht mehr finanzierbar ist, ist hier noch möglich. Für den Unternehmer Rainer Kober ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Er ist der Meinung, man muss das weitere Schrumpfen der Einwohnerzahl aufhalten, muss den Wegzug stoppen und den Zuzug generieren. Aber das gelingt nur, wenn die Lebensqualität im Ort stimmt und sie beginnt nun mal mit geeigneten Wohnungen. „Ohne vernünftige Wohnungen kein Zuzug, ohne Zuzug keine Lebensqualität“, so Kober. Für ihn und Kronach Creativ müssen zuerst die Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, bewusst mitzuarbeiten, um die Situation zu verbessern. Unterstützung finden sie im Stadtumbaumanagement und bei Kronach Creativ und eben bei den ehrenamtlichen ImmoLotsen. Dabei hilft natürlich auch die gute Verbindung und Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Steinwiesen. „Wir müssen Wohnraum schaffen, um unsere Heimat zu erhalten“, dieses Motto hat sich Rainer Kober seit Jahren auf die Fahne geschrieben. Wohnraum für alle, aber dazu bedarf es eben auch der Motivation der Bürger und Bürgerinnen, hier mit zu arbeiten, um Steinwiesen weiterhin lebens- und liebenswert zu erhalten und zu gestalten.

Leider haben wir keinen Alternativtext zu diesem Bild, aber wir arbeiten daran.
Austausch beim Treffen der ImmoLotsen im Koberhaus. Von links Jürgen Eckert, dritter Bürgermeister Christian Kremer, Bruno Beierlorzer, Hans Kuhnlein, Kristina Hoffmann und Rebecca Haas vom Stadtumbaumanagement.
Leider haben wir keinen Alternativtext zu diesem Bild, aber wir arbeiten daran.
Die ImmoLotsen aus Steinwiesen sind „Gastfreundl!ch“. von links Rebecca Haas (SUM), Jürgen Eckert, Kristina Hoffmann, Hans Kuhnlein, Bruno Beierlorzer, Margareta Volk-Lovrinovic (Kronach Creativ)

Kontaktdaten der örtlichen Immobilienlotsen

Bruno Beierlorzer, Steinwiesen und Schlegelshaid, Telefon 09262-1226, Email: bru-ka@t-online.de

Hans Kuhnlein, Steinwiesen, Telefon 09262-972367, Email: kuhnlein@gmx.de

Kristina Hoffmann, Steinwiesen, Telefon 0151-22358717, Email: kristina.hoffmann@prophylaxeundmehr.de

Heinz Kolb, Birnbaum, Telefon 09260-1486, Email: elke.hofmann-kolb@holst.ws

Jürgen Eckert, Nurn, Telefon 0171-5713400, Email: juergen.eckert@wunder-formenbau.de

 Die Kontaktdaten und weitere Informationen zu Bauplätzen, Fördermöglichkeiten, steuerliche Vorteile, Gestaltung sowie den Gutschein für die Sanierungserstberatung findet man auch auf der Homepage des Marktes Steinwiesen